Motorsegler erklärt: Eigenstarter, Turbo, FES und Elektro
Eigenstarter, Heimkehrhilfen (Turbos), FES und Elektroantriebe im Vergleich: was sie können, welche Lizenz sie brauchen und worauf du vor dem Kauf achten solltest.
Warum ein Motor?
Ein Motor macht ein Segelflugzeug unabhängiger: Ein Eigenstarter braucht weder Schleppflugzeug noch Winde, und eine Heimkehrhilfe bringt dich nach Hause, statt dass du auf einem Acker außenlandest. Dafür wird das Flugzeug schwerer und komplexer, und der Motor braucht Wartung, Papiere und Treibstoff oder geladene Akkus.
Die Bauarten
- Eigenstarter: ein einfahrbarer Motor mit Propeller, stark genug für den Start aus eigener Kraft, zum Beispiel DG-808, ASH 26 E, Arcus M oder Ventus 2cM.
- Heimkehrhilfe (Turbo): ein kleinerer einfahrbarer Motor, der das Flugzeug in der Luft hält oder langsam steigen lässt, aber nicht allein starten kann; gestartet wird im F-Schlepp oder an der Winde, zum Beispiel Ventus 2cT, Discus 2cT oder LS8-t.
- FES (Front Electric Sustainer): ein Elektromotor mit Klapppropeller in der Rumpfnase, als Heimkehrhilfe genutzt; er startet schnell und leise und wird für Muster wie LAK-17, Ventus 3 oder Discus 2c angeboten.
- Elektrischer Eigenstarter: ein Elektroantrieb, stark genug für den Start, zum Beispiel die Antares 20E.
- Reisemotorsegler (TMG): fest eingebauter Motor und Propeller, oft mit Sitzen nebeneinander, näher an einem Leichtflugzeug, zum Beispiel Grob G 109 oder Super Dimona.
Lizenz
In EASA-Staaten deckt die Segelfluglizenz (SPL) Heimkehrhilfen ab; für Eigenstarter brauchst du die Berechtigung für eigenstartfähige Segelflugzeuge, für Reisemotorsegler die TMG-Berechtigung. Regeln und Details unterscheiden sich je nach Land, frag also vor dem Kauf bei deiner Behörde oder Flugschule nach.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Motorstunden und die Stunden oder Jahre bis zur nächsten Grundüberholung
- Motor- und Propellerbordbücher, Wartungsnachweise und durchgeführte Technische Mitteilungen
- Aus- und Einfahren, Riemen, Propellerbremse, Motorklappen und die Anzeige im Cockpit
- Bei Elektroantrieben: Alter, Ladezyklen und Restkapazität der Akkus sowie das Ladegerät
- Kraftstoffanlage, Tank und Leitungen
- Ein Motorlauf am Boden und idealerweise im Flug
Ein Motor bringt zusätzliche Wartung, Versicherung und bei Elektroantrieben irgendwann neue Akkus mit sich. Frag nach, was zuletzt gemacht wurde und was als Nächstes fällig ist: Das gehört in den Preis.
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